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Horst Hrubesch

Horst Hrubesch
(* 17. April 1951/Hamm)


Hrubesch arbeitete bis zu seinem Wechsel zu Rot-Weiss Essen als Dachdecker.
Nebenbei spielte er sowohl Handball als auch Fußball im Ligabetrieb, zuletzt beim
SC Westtünnen. Als Amateur kam Hrubesch 1975 im Alter von 24 Jahren über die Stationen FC Pelkum, Germania Hamm, Hammer SpVg und SC Westtünnen direkt
in die Bundesliga zu Rot-Weiss Essen, ohne zuvor Jugendauswahlspiele bestritten
zu haben, war aber schon als Spieler in der Kreisauswahl Unna-Kamen-Hamm
aktiv gewesen. Entdeckt wurde er dabei nach dessen Aussage von seinem Trainer
und späteren Mitspieler in Essen, Werner Lorant. In zwei Spielzeiten bei RWE kam
er auf 48 Einsätze und 38 Tore. Nach dem Bundesliga-Abstieg der Essener 1977
blieb er an der Hafenstraße. In der folgenden Saison in der Zweiten Bundesliga
(1977/78) erzielte er 42 Treffer. Die Mannschaft erzielte insgesamt 82 Tore.

Daraufhin war er in Essen nicht mehr zu halten. Der Hamburger SV verpflichtete
den begehrten Torjäger, an dem auch Eintracht Frankfurt interessiert war.
Beim HSV profitierte Hrubesch von zwei Top-Trainern: 1978 war Branko Zebec im
Amt, ab 1981 Ernst Happel. Die Klasse der Mitspieler Kevin Keegan, Felix Magath,
Ivan Buljan, Jimmy Hartwig, Peter Nogly oder Manfred Kaltz (Ära Zebec), Uli Stein,
Ditmar Jakobs, Lars Bastrup, Wolfgang Rolff, Holger Hieronymus oder Jürgen
Milewski in der Ära Happel brachten Hrubesch deutlich weiter. Zusätzlich zum be-
reits starken Kopfballspiel verbesserte Horst Hrubesch auch in anderen Bereichen
sein fußballerisches Potential.
Der Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1982/83 mit dem HSV gegen die
mit Weltmeistern gespickte Mannschaft von Juventus Turin war der sportliche
Höhepunkt in der Laufbahn des Horst Hrubesch. Der HSV setzte sich auf dem Weg
zum Finale am 25. Mai in Athen gegen den Berliner FC Dynamo, Olympiakos
Piräus, Dynamo Kiew und Real San Sebastián durch.
Gefürchtet war Hrubesch vor allem wegen seiner Kopfballstärke. Daher stammt
auch sein Spitzname „Kopfballungeheuer“. Er profitierte vor allem von den Herein-
gaben von Manfred Kaltz, den sogenannten „Bananenflanken“. Dazu passend
lieferte er in einem Fernsehinterview den Ausspruch:
„Manni Banane, ich Kopf – Tor“.

In der Bundesliga-Saison 1981/82 wurde Hrubesch mit 27 Treffern Torschützen-
könig. Legendär war sein Tor zum 4:3-Sieg beim FC Bayern München am 24.
April 1982 in der 90. Minute. Der Sieg war eine entscheidende Station auf dem
Weg zur Meisterschaft.
1983 wechselte er in die erste belgische Liga zu Standard Lüttich, wo er bis 1985
blieb und in 43 Spielen 17 Tore schoss.  Danach kehrte er in die Bundesliga zu
Borussia Dortmund zurück, beendete aber ein Jahr später verletzungsbedingt
nach nur 17 Spielen seine aktive Karriere.
Hrubesch wurde auch in die Nationalmannschaft berufen, war dort allerdings nicht unumstritten. Er debütierte am 2. April 1980 in München beim 1:0-Sieg gegen
Österreich. 1980 wurde er in Italien Europameister. Für das Turnier war er lediglich nachnominiert worden, weil Klaus Fischer sich zuvor verletzt hatte. Beim 2:1-Sieg
im Endspiel gegen Belgien erzielte er beide Tore. Es waren seine ersten Tore in
der Nationalmannschaft.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 wurde er Vize-Weltmeister. Im WM-Halb-
finale in Sevilla gegen Frankreich am 8. Juli verwandelte er den entscheidenden
Strafstoß zum 5:4 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 3:3 gestanden,
wobei Hrubeschs Kopfballrückgabe von der Torauslinie auf Klaus Fischer dessen Fallrückzieher-Ausgleich zum 3:3 ermöglichte. Das WM-Finale gegen Italien wurde
dann 1:3 verloren. Es war sein letztes Länderspiel. Nach der Weltmeisterschaft
beendete er seine Nationalmannschaftskarriere.

Für die Nationalelf spielte Hrubesch von 1980 bis 1982 in 21 Spielen und erzielte
6 Tore. 1986 übernahm Hrubesch als Trainer seinen ehemaligen Verein Rot-Weiss
Essen, den er als Aufsteiger auf den 10. Platz in der 2. Bundesliga führte.
In der Bundesliga betreute er von November 1994 bis Februar 1995 Dynamo
Dresden als Trainer.

Bei der Europameisterschaft 2000 war er Assistent des Bundestrainers Erich
Ribbeck. Als Nachwuchstrainer beim DFB gewann Hrubesch mit der deutschen U-19-Nationalmannschaft am 26. Juli 2008 bei der U-19-Fußball-Europameister-
schaft 2008 den EM-Titel durch ein 3:1 im Finale gegen Italien. Im Anschluss
wurde die U-19-Mannschaft zur U-20-Nationalmannschaft, welche Hrubesch
weiterhin betreute und mit der er bei der U-20-WM im Herbst 2009 im Viertel-
finale an Brasilien scheiterte. Als Interimstrainer betreute er auch die U-21-Nationalmannschaft bei der U-21-Fußball-Europameisterschaft 2009 im
Sommer 2009. Mit dieser Mannschaft wurde er nach einem 4:0-Finalsieg über
England Europameister.
Nach einem Engagement als Trainer der U-18-Junioren des DFB ist Hrubesch
seit dem 21. Juni 2013 erneut Trainer der U-21-Nationalmannschaft. Bei der U-21
Fußball-Europameisterschaft 2015 scheiterte er mit seinem Team im
Halbfinale mit 0:5 zwar deutlich an der portugiesischen Mannschaft. Allerdings
qualifizierte sich durch die Teilnahme am Halbfinale mit der U21 unter Horst
Hrubesch erstmals seit 1988 eine deutsche Mannschaft für das Olympische
Fußballturnier. Am Olympischen Turnier 2016 in Brasilien wird er mit einer U-23-
Auswahl teilnehmen.

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