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Manfred Kaltz

Manfred Kaltz
(* 6. Januar 1953/Ludwigshafen am Rhein)


In der Fußball-Bundesliga war er vom 20. August 1971 bis 7. Juni 1989 in 568
Spielen für den Hamburger SV aktiv. Nachdem der HSV ihm keinen längerfristigen
Vertrag angeboten hatte, verließ er nach 18 Jahren den Klub und wechselte zu
Girondins Bordeaux; dort spielte er eine Saison für Bordeaux u. den FC Mulhouse
in der französischen Division 1, bevor er zum HSV zurückkehrte. Am 8. September
1990 feierte er im Heimspiel gegen Mönchengladbach unter Trainer Gerd-Volker
Schock seine Rückkehr zum HSV. Im weiteren Saisonverlauf machte er zwar nur
noch 13 Spiele, gehörte aber zu der Mannschaft, die 1990 beinahe abgestiegen
wäre und 1991 in den UEFA-Pokal-Wettbewerb einzog. Mit insgesamt 581 Bundesligaeinsätzen ausschließlich für den HSV beendete Kaltz nach 19 Jahren
seine Bundesliga-Karriere.

Weil er 53 seiner insgesamt 76 Tore per Strafstoß erzielte, erwarb sich Kaltz den
Ruf eines Elfmeter-Spezialisten (sieben Fehlschüsse). Mit sechs Treffern schoss
er genauso wie Nikolče Noveski die meisten Eigentore in der Bundesliga. Er ist
bis heute Rekordspieler der Hamburger und der Bundesligaspieler mit den zweit-
meisten Spielen. Zudem gilt er als der erfolgreichste Spieler in der Geschichte
des HSV, mit dem er den DFB-Ligapokal 1972/73, den DFB-Pokal 1975/76 und
1987 gewann, 1977 Europapokal der Pokalsieger sowie 1979, 1982 und 1983
Deutscher Meister wurde. Seinen größten Triumph feierte Kaltz, als er ebenfalls
1983 mit den Hamburgern den Europapokal der Landesmeister gewann.
Kaltz spielte einen offensiven rechten Verteidiger und ging weite Laufwege. Seine berüchtigten Bananenflanken fanden häufig einen dankbaren Abnehmer in Horst Hrubesch. Dieses erfolgreiche Hamburger Gespann nahm auch an der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien teil.
1972 wurde Kaltz für die Olympischen Spiele in München nominiert, wo er für die
deutsche Fußballnationalmannschaft der Amateure im Zwischenrundenspiel gegen
Mexiko zum Einsatz kam. In der deutschen Nationalmannschaft war Kaltz von
1975 bis 1983 aktiv. Seinen ersten Einsatz für die DFB-Auswahl hatte er am 3.
September 1975. Beim 2:0-Sieg in Wien gegen Österreich stand Kaltz umgehend
in der Anfangsformation. Er absolvierte 69 Länderspiele und schoss acht Tore.
Sein erstes Tor für die Nationalmannschaft erzielte Kaltz am 8. Oktober 1977,
als er beim 2:1-Sieg im Berliner Olympiastadion gegen Italien den 1:0-Führungs-
treffer erzielte. Nach dem Spiel hatte ihm Italiens damaliger Nationaltrainer Enzo
Bearzot „absolute Weltklasse“ attestiert. Kaltz nahm an der Weltmeisterschaft
1978 in Argentinien und 1982 in Spanien teil. Der Versuch, Kaltz als Libero für
den zuvor zurückgetretenen Franz Beckenbauer bei der WM in Argentinien ein-
zusetzen, schlug aber fehl, was mit zum Ausscheiden der Deutschen Mannschaft
in der Zwischenrunde beitrug. Bei der Fußball-Europameisterschaft 1980 gewann
er mit Deutschland den Titel.
In der Vizeweltmeister-Elf von 1982 trug er während der verletzungsbedingten
Pause von Karl-Heinz Rummenigge im Viertel- und Halbfinale zeitweise die
Kapitänsbinde.

1983, nach einer 0:1-Niederlage gegen Portugal, und insgesamt 69 A-Länder-
spielen, trat Kaltz als Nationalspieler zurück. Er gab persönliche Differenzen mit
Jupp Derwall als Grund an. U. a. war Kaltz nicht mit der taktischen Ausrichtung der Nationalmannschaft unter Derwall einverstanden und hatte dies mehrfach kritisiert.
Kaltz gehörte zu den letzten Nationalspielern, die häufig ohne Schienbeinschützer
und mit heruntergekrempelten Stutzen spielten – lange bevor diese Mode von der
FIFA verboten wurde.
Später war Kaltz als Kotrainer in verschiedenen Vereinen tätig.

Kaltz betreibt und leitet seit 2002 im Großraum Hamburg die Manfred-Kaltz-
Fußballschule für jugendliche Kicker. Er gehört dem Kuratorium der Stiftung
Jugendfußball an. Die Stiftung wurde im Jahr 2000 neben Kaltz von Jürgen
Klinsmann und weiteren erfolgreichen Nationalspielern sowie den Dozenten des
Fußball-Lehrer-Sonderlehrgangs gegründet. Außerdem ist Kaltz seit 2009 als
Repräsentant der Sport- und Eventvermarktungsagentur EIBA communication tätig.
Seit Januar 2014 ist Manfred Kaltz Trainer in der Fußballschule des VfL Bochum.

 

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